Quivira 2.6

Quivira ist eine Unicode-Schriftart im TrueType-Format, das von allen gängigen Textverarbeitungsprogrammen und Druckern unterstützt wird. Unicode-Schriftart bedeutet, sie enthält mehr als nur die Standardzeichen für einige westeuropäische Sprachen.
Vom typographischen Standpunkt gesehen ist Quivira eine proportionale Serifenschriftart wie beispielsweise die bekannteren Times New Roman oder Garamond, also sehr gut geeignet zum Schreiben gut lesbarer Texte.
Quivira wird kontinuierlich um neue Sonderzeichen erweitert; es lohnt sich also, hin und wieder mal nach neuen Versionen zu schauen.

Downloads

Die aktuelle Version 2.6 enthält 6.380 Zeichen (davon sind 380 neu gegenüber Version 2.5):

Quivira 2.6 (TrueType-Format, 687 kB)

Ebenso sind drei Textdokumente als Übersicht der enthaltenen Zeichen verfügbar. Die Installation von Quivira ist für die Anzeige der Dokumente nicht erforderlich.

Tabelle der enthaltenen Zeichen (.pdf-Format, englisch, 0,99 MB)

Dokumentation der selbstdefinierten Zeichen in der Private Use Area (.pdf-Format, englisch, 131 kB)

Kurzübersicht in Schriftgröße 12 (.pdf-Format, 574 kB)

Enthaltene Zeichen

Folgende Unicode-Ranges sind vollständig enthalten (in den hervorgehobenen Bereichen gibt es neue Zeichen):

Aus folgenden Unicode-Ranges sind jeweils einige Zeichen enthalten:

FAQ

Ist Quivira gratis?

Ja. Quivira ist Freeware, und Sie können die Schriftart verwenden, wann und wo Sie möchten. Dies betrifft ausdrücklich auch kommerzielle Zwecke. Allerdings möchte ich nicht, daß modifizierte Versionen von Quivira in Umlauf geraten (auch nicht unter anderen Namen). Wenn Sie Verbesserungsvorschläge haben, kontaktieren Sie mich bitte.

Wie installiere ich Quivira?

Normalerweise genügt es, die .ttf-Datei in Ihren lokalen Schriftarten-Ordner zu kopieren – wenn bei Ihnen beispielsweise Microsoft Windows auf dem Laufwerk C: installiert ist, wäre das der Ordner C:\Windows\Fonts. Wenn Sie bereits eine ältere Version von Quivira installiert haben, müssen Sie diese wahrscheinlich vorher löschen (zumindest Windows schreibt das vor).

Gibt es eine Dokumentation, die die einzelnen Zeichen näher beschreibt und nicht nur auflistet?

Ja, die Bedeutung und die Eigenschaften aller Zeichen sind im Unicode-Standard festgelegt. In den Code Charts gibt es zu jedem Block eine PDF-Datei, in der die Zeichen mit Namen und Kommentaren aufgelistet sind.
Der Unicode-Standard läßt allerdings in dem Block »Private Use Area« Freiraum für eigene Zeichen, die in jeder Schriftart beliebig verwendet werden können – diese können vom Unicode-Consortium natürlich nicht dokumentiert werden. Dafür steht aber hier die Dokumentation der selbstdefinierten Zeichen in der Private Use Area (.pdf-Format, englisch, 131 kB) zur Verfügung.

Die Schrift wird auf meinem Bildschirm unscharf angezeigt. Woran liegt das?

Das liegt am fehlenden Hinting. Hinting ist eine Technologie innerhalb des TrueType-Formats, mit deren Hilfe dem Computer gesagt wird, wie er die einzelnen Buchstaben in das Pixelraster des Bildschirms einpassen soll. Leider kosten alle mir bekannten Programme, die automatisches Hinting unterstützen, mehr als 500 €, und manuelles Hinting ist mir zu aufwendig (TrueType-Hinting ist eine Assembler-ähnliche Sprache!). Dieses Problem wird also leider auf absehbare Zeit ungelöst bleiben.
Der Effekt ist in unterschiedlichen Programmen unterschiedlich stark, beispielsweise erscheint die Schrift im Adobe Reader ein bißchen schärfer als in Microsoft Word. Im Adobe Reader können Sie die Darstellung auch beeinflussen: Klicken Sie im Menü »Bearbeiten« auf »Grundeinstellungen…« und dann auf »Seitenanzeige«. Hier können Sie verschiedene Optionen ausprobieren, insbesondere ist die Option »CoolType verwenden« für Flachbildschirme und Laptops sinnvoll.

Ist ein ausgedruckter Text auch so unscharf?

Nein. Drucker haben eine viel höhere Auflösung als Monitore und brauchen daher kein Hinting. Ein gedruckter Text in Quivira erscheint genauso scharf wie in jeder anderen Schriftart auch.
Wenn sie ausprobieren möchten, wie ein ausgedruckter Text in Quivira aus Ihrem Drucker aussieht, verwenden Sie am besten die Quivira-Testseite (.pdf-Format, 574 kB) in Schriftgröße 12.

Ich bräuchte ein paar Zeichen, die in Quivira nicht enthalten sind. Läßt sich da was machen?

Aber ja. Quivira wird kontinuierlich erweitert. Bei der Auswahl der neuen Zeichen haben natürlich diejenigen Priorität, die ich selbst gebrauchen kann, aber ich nehme auch gerne Vorschläge entgegen. Kontaktieren Sie mich!

Gibt es eine Roadmap für zukünftige Versionen?

Nun ja, es gibt weder eine langfristige Planung noch einen festen Termin für die nächste Version. Für Version 2.7 habe ich mir vorgenommen, mich endlich mal an Arabisch heranzutrauen, aber wegen meiner Diplomarbeit und meines Umzuges habe ich kaum Zeit dafür, so daß es diesmal wohl etwas länger dauern wird.

Mein Textverarbeitungsprogramm (z.B. Microsoft Word oder OpenOffice Writer) zeigt im Sonderzeichen-Dialog nicht alle Zeichen an. Was kann ich tun?

Diese Programme zeigen nur diejenigen Zeichen an, die sie kennen. Da der Unicode-Standard ständig weiterentwickelt wird, sind sie nicht immer auf dem neuesten Stand. Beispielsweise wird bei mir der relativ neue Block »Coptic« nicht angezeigt.
Sie können diese Zeichen aber dennoch verwenden, indem Sie sie aus einer externen Zeichentabelle einfügen. Ich verwende dazu die BabelMap.
Allerdings unterstützt OpenOffice bisher anscheinend nur Zeichen, die in der BMP liegen; alle anderen können Sie mit OpenOffice nicht verwenden. (In Quivira 2.6 betrifft das die Blöcke »Old Italic«, »Gothic«, »Tai Xuan Jing Symbols« und »Mathematical Alphanumeric Symbols«.)

Ich lasse manchmal meinen Windows-Explorer (oder ein anderes Programm) nach ähnlichen Schriftarten suchen bzw. Schriftarten vergleichen. Klappt das auch mit Quivira?

Ja, seit Version 2.0 enthält Quivira die notwendigen Panose-Informationen, die solche Vergleiche ermöglichen. Ihr System wird Quivira als sehr ähnlich zu Times New Roman und einigen anderen erkennen.

Was bedeutet der Name »Quivira«?

Um ehrlich zu sein: Ich habe versucht, ein neues Wort zu erfinden, das überhaupt keine Bedeutung hat. Das hat erwartungsgemäß nicht geklappt, und ich habe herausgefunden, daß eine der legendären sieben goldenen Städte Quivira hieß (siehe hierzu den passenden Artikel in der englischen Wikipedia). Demzufolge wird Quivira spanisch ausgesprochen, d.h. ›Qu‹ klingt wie ›K‹.
Die deutsche Wikipedia widerspricht dem allerdings; nach ihr war Quivira keine Stadt, sondern ein Land.
Zu diesem Thema erhielt ich neulich eine eMail von Prof. Hanns J. Prem, bei dem ich mich auch an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchte. Auch nach seinen Ausführungen handelt es sich um ein Land, das die Spanier sogar gefunden haben; nur das erhoffte Gold gab es nicht. Die englische Wikipedia scheint hier also wirklich falsch zu liegen.
In jedem Fall ist eine goldene Stadt oder ein Goldland weder etwas Schlimmes noch ein geschütztes Warenzeichen, weswegen ich keinen Grund sehe, meine Schriftart nicht danach zu benennen. ;-)

Womit wurde Quivira erstellt?

Mit dem Font Creator 5.0 von High-Logic.